Fieseler F2 Tiger

Der Fieseler F2 Tiger

Im April 1932 begann Gerhard Fieseler die F 2 „Tiger“ auf dem Flugplatz Kassel-Waldau einzufliegen. Dabei fand er heraus, dass diese Maschine um alle drei Flugachsen labil war. Diese Eigenschaft erforderte fliegerisches Können vom Piloten. Die Leistungen hingegen waren gegenüber der F 1 „Tigerschwalbe“ deutlich verbessert; durch die Konzentration der Massen in Richtung Schwerpunkt war es Fieseler möglich, mit dem 'Fächerturn' eine von ihm neu erdachte Kunstflugfigur zu fliegen. Auch bei der fliegerisch anspruchsvollen 'gesteuerten Rolle', die unter Zuhilfenahme sämtlicher Ruder geflogen werden muss, zeigte sich die gute Steuerbarkeit und die Wirksamkeit der Ruder der F 2 „Tiger“. Die Maschine besaß gute Trudeleigenschaften, sie konnte also leicht ins Trudeln gebracht werden, ließ sich aber ebenso leicht wieder herausbringen. Am Boden ließ sich das Flugzeug beim Rollen mit Unterstützung der ölhydraulischen Radbremsen sehr gut steuern. Aufgrund der geringen Flächenbelastung und der guten aerodynamischen Form neigte die Maschine bei der Landung vor dem Aufsetzen zum Schweben. Eine Dreipunktlandung war aber leicht möglich. Das weit nach vorne gelegte Fahrwerk verhinderte auch in schlechtem Gelände einen Überschlag.
Gerhard Fieseler benötigte ungefähr 100 Flugstunden, um die Maschine richtig zu beherrschen. Danach folgte eine Erfolgsserie in nationalen und internationalen Kunstflugwettbewerben. Im Juli 1932 nahm Fieseler mit dem Flugzeug auf dem Flugplatz Dübendorf bei Zürich am Internationalen Flugmeeting Zürich teil, wo er im Kunstflugwettbewerb den Sieg vor einer Fieseler F 1 Tigerschwalbe errang. Der Höhepunkt und auch Abschluss seiner Kunstflugkarriere war der Sieg mit der F2 „Tiger“ beim als Kunstflug-Weltmeisterschaft angesehenen Coupe Mondiale d’Arcobatie Aérienne am 11. Juni 1934 in Paris.
Die in die F2 „Tiger“ eingebrachten konstruktiven Lösungen gaben dem Sportflugzeugbau neue Impulse. Für ein Kürprogramm im Kunstflug wirkte sich das hohe Startgewicht des Flugzeugs von mehr als einer Tonne negativ aus. Das hat sich in der Entwicklung von Kunstflugzeugen bis in die heutige Zeit bestätigt.

Leider wurde das einzige Original welches im Berliner Museum nach seiner aktiven Zeit stand beim Angriff auf Berlin durch die Luftwaffe vollständig zerstört. :-(

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        Technische Daten

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Länge 6,85 m
Spannweite 8,16 m
Höhe 2,80
Flügelfläche 23,00 m²
Leermasse 800 kg
Startmasse 1200 kg
Reisegeschwindigkeit 210 km/h
Höchstgeschwindigkeit 240 km/h
Landegeschwindigkeit 80 km/h
Reichweite 750 km
Triebwerk      Walter Pollux I  420 PS 


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